„Überholstelle Lamerden“
Teil 1: Eine Großanlage im Maßstab 1:220
Unser neues Bauprojekt startet jetzt im Sommer 2025, erstmals verbunden mit regelmäßigen Einblicken in die Gestaltungskunst unseres Anlagenbauers. Aktuelle Zusammenfassungen finden sie auf der Seite https://www.1zu220-shop.de/Projekt2025
Dargestellt wird die Betriebssituation an der Überholstelle im Ort Lamerden an der Strecke zwischen Warburg und Kassel. Eine Übersichtsbild zur Örtlichkeit findet sich auf der Wikipedia-Seite.

Die zukünftige Anlage wird nach Fertigstellung einen prominenten Platz im Verkaufsraum erhalten und dient als Teststrecke für Neuerwerbungen unserer Kundschaft, bis hin als Fotokulisse für Neuauslieferungen.
Seien sie dabei, wenn die „Überholstelle Lamerden“ Gestalt annimmt.
Teil 2: Von der Idee bis zum Entwurf des Gleisplanes
Am Anfang einer jeden Modellbahn steht die Idee und Planungsphase. Meist sind es besondere Eindrücke von Gleisanlagen und der Umgebung, die uns in den Bann ziehen. Die Firma HRT hat ihren Sitz ganz in der Nähe des kleinen Flusses Diemel und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass dieses Gewässer in dem neuen Exponat wiederholt dargestellt wird.
Die seit vielen Jahren existierende Überholstelle in Lamerden begeistert uns seit langem und soll das Kernstück der Anlage bilden. Damit beginnt auch die Recherche vor Ort und in diversen Medien. Aufgrund des begrenzten Längenmaßes von 360 cm ist selbst im Maßstab 1:220 eine Verkürzung der Szenerie notwendig, dies gilt auch für die Auswahl bestimmter Örtlichkeiten für die Gesamtgestaltung der Anlage. Der Fachmann spricht hier von einer notwendigen „Szenenverdichtung“.
Mit der umfangreichen Sammlung an Bildmaterial können nun die ersten Skizzen angefertigt werden. Jede einzelne Zeichnung bringt uns dem Endergebnis näher, leider auch verbunden mit Wegfall einzelner an sich schöner Schauplätze. Nur der Kompromiss wird die spätere Anlage nicht überfrachtet wirken lassen.
Aufgrund der hügligen Umgebung bei Lamerden verschwindet ein notwendiger Schattenbahnhof für diverse Zugwechsel in klassischer Art und Weise unter dem ansteigenden Gelände. Die einfache ovale Gleisfigur wird mit einer geschwungenen Form im vorderen sichtbaren Bereich nicht nur aufgelockert, es entsteht sogar eine besondere Eleganz. Die parallele Schienenführung zur Anlagenkante wäre ein Rückfall in längst vergangene Zeiten.
Sowie der endgültige Gleisplan feststeht, wird erstmals der Computer mit einer Gleisplansoftware benutzt. Damit wären auch die Ausmaße ersichtlich, nebenher bietet ein solches Programm auch die notwendige Anzahl der zu erwerbenden Schienen und Weichen an.
Mit dem ersten ausgedruckten Gleisplan müssen nun die notwendigen und späteren Installationen in den beiden Segments – Kästen berücksichtigt werden. Angefangen von den Stellfüssen über die Weichenmotoren bis hin zu diversen digitalen Schaltzentralen muss alles sein Platz finden und dann können auch die Querverstrebungen für einen stabilen Untergrund mit eingeplant werden.
Im letzten Schritt der Planungsphase wird einer der ausgedruckten Gleispläne mit der nun endgültigen Landschaftsform regelrecht ausgemalt. Mit dieser klassischen Form der Zeichnung wird ein zufriedenzustellendes und eher schnelleres Ergebnis erzielt, gegenüber einer rechnerunterstützen Darstellungsweise.
Dieser Gleisplan ist gleichzeitig unsere Baugrundlage für alle weiteren Aktionen. Kleinere Abweichungen in der Gestaltung der Landschaft sind hierbei immer wieder möglich. Meist wächst die Erkenntnis einer Änderung während der Formung des Geländes.

Teil 3: Planung und Umsetzung der Segments- Kästen & Holzbedarf
Die offene Rahmenbauweise ist bei modernen Anlagen die große Normalität geworden. Im späteren Hohlraum können die ganzen Techniken und die Kabelbäume untergebracht werden. Dabei ist jederzeit ein unkomplizierter Zugriff z.B. bei Reparaturarbeiten möglich. Hatten früher die Flügelsignale noch klobige und gut sichtbare Antrieb an der Oberfläche, so benötigen die heutigen Versionen mindestens 5 cm im Untergrund, hier ist nun der elektrische Antrieb, der so viel Platz benötigt. Dies sollte auch schon in der Phase der Planung berücksichtigt werden. Ein weiterer Vorteil der Rahmenbauweise ist die variable Möglichkeit im Landschaftsbau, es kann nach oben und nach unten gestaltet werden.
In der Regel ist unsere farbige Zeichnung des künftigen Exponats die Ausgangsstellung für den Holzbedarf. Bei einer Plattendicke von 10 mm müssten jedem die Konstruktionspläne eigentlich leichter von der Hand gehen. Die beiden Segmente sollen 180 cm x 62 cm im kompletten Ausmaß sein, inklusive dem späteren Leuchtkasten und den Abdeckungen. Ich ziehe nun jeweils 1 Zentimeter am hinteren und den seitlichen Bereichen ab und komme damit auf 178 cm x 60 für die Grundplatte. Die Längsträger für den Rahmen betragen demnach 178 cm x 7 cm. Die Querträger sind mit 58cm x 7cm berechnet. Mit diesen Basisdaten kann ich nun auch sofort den Leuchtkasten berechnen. Es ist die Zeit von vielen Skizzen und Berechnungen. Grundsätzlich habe ich nun alle nötigen Maße ermittelt und trage die Werte in meine Liste ein. Damit nun die Kosten beim Schreiner nicht in die Höhe schnellen, erstelle ich noch einen Sägeplan für den Meister. Ich bevorzuge hier Sperrholz – Pappelplatten in der Klasse 1 mit dem Maß 2500 mm 1700 mm.
Der Gang zu einem Fachbetrieb ist auf jedem Fall ratsam. Der Zuschnitt ist meist einfach genauer. Nach der Anlieferung der Hölzer erfolgt eine sorgfältige Sortierung, wobei jedes Brett seine Ordnungsnummer und das Maß mit einem Bleistift notiert bekommt. Damit liegt alles griffbereit.
Die Werkzeugliste und das nötige Material sind schnell erfasst:
- Bosch Akkuschrauber
- Eckenspanner
- Metallwinkel
- Ponal Express Holzleim
- Spax – Schrauben 2,5 x 16
- 20 mm Lochbohrer.
Mit dem Lochbohrer werden vorab in den Querstreben mittig für die späteren Kabeldurchlasse gebohrt. Erst jetzt geht an den Zusammenbau, wobei ich die Spax Schrauben direkt in das Holz treibe. Der Eckspanner hält mir die vorgeleimten Spanten in einem Winkel von 90° zusammen. 2 Längsträger und 2 Querträger ergeben den Grundrahmen. Darauf schraube ich in der Folge immer erst die Grundplatte auf. Unseren Gleisplan haben wir im Vorfeld bereits 1:1 ausgedruckt und legen ihn nun auf der Grundplatte aus. Dies ist eine große Hilfe, bevor nun die weiteren Querträger eingesetzt werden. Auch mir passiert es immer wieder, dass z.B. direkt über einer Querstrebe die Stellstange einer Weiche sein könnte. Ein paar Zentimeter weiter und die Strebe stört nicht mehr!
Im Fall „Lamerden“ mussten wir noch die späteren Aufnahmebretter (16 x 16) für die Tischbeine in allen Ecken der zwei Segmente berücksichtigen. Damit haben wir nun die beiden Grundrahmen vor uns liegen. Diverse Sägearbeiten für den tiefer liegenden Fluss, sowie der Straßenunterführung folgen noch. Auf diese Weise haben wir den Ausgangspunkt für die nachkommende Gleisverlegung erreicht. Die finalen Holzaufbauten folgen jetzt nur noch in Korrespondenz mit dem jeweiligen Zustand im Landschaftsbau.

Teil 4: Gleisverlegung
Heutzutage können wir uns glücklich schätzen, dass eine Gleisplan – Software dem Modellbahner viel Arbeit abnimmt. So kann der favorisierte Schienenweg immer wieder am PC optimiert werden. Bei umfangreichen Plänen ist sogar ein 1:1 Ausdruck über den heimischen Drucker möglich. Auch der noch unsichere Einsteiger sollte diese Funktion nutzen, um die spätere Lage der realen Schienen und Weichen jetzt schon zu fixieren. Es ist eine willkommene Schablone. Nebenher bietet die Software auch eine Auflistung der nötigen Gleiskörper diverser Hersteller an.
Die Gleissysteme von Märklin und Rokuhan sind in sich ausgereift und lassen wenige Wünsche offen. Bei höchst eleganten Kurven kommen jedoch die fertigen Schienenkörper an ihre optischen Grenzen. Hier schafft, wie auch bei anderen Maßstäben, ein flexibles und längeres Gleis eine willkommene Abhilfe.
Das Märklin – Flexgleis ist 660 mm lang und vereinigt damit 6 gerade Standardgleise von 110 mm in einem Produkt. Einen Schritt vor der eigentlichen Verlegung in einem geschmackvollen Bogen ist jedoch notwendig, die unterseitigen Verbindungen der Schwellen müssen mit einem scharfen Messer wechselseitig entfernt werden, damit die übliche Biegung eines solches Flex - Gleises gewährleistet ist. Die Verlegung und Bearbeitung des vorbereiten Gleises zeigen wir in der nächsten Folge.
Dem bereits erfahrenen Modellbahner stört zumeist auch der schwarze Kasten an den Weichen, welcher den Antrieb beherbergt. Unser Fotofolge zeigt den Umbau dieser Weichen.
- Eine Märklin Handweiche von oben und unten gesehen.
- Entfernung der Schraube und dem Abdeckkasten
- Entfernung der Stellstange, wird später wieder gebraucht
- Der aus Plastik bestehende Antriebskasten wird vorsichtig abgeschnitten
- Auch die restlichen Teile um den Stellhebel werden entfernt
- Der Bügel oberhalb des Stellhebels wird vorsichtig entfernt
- Die Stellstange passt nun in das Loch und kann später nach „unten“ zu einem Motoantrieb geführt werden.
Eine weitere Vorbereitung sind die notwendigen Kabelanschlüsse an den Schienen. Hierbei reicht schon ein handelsüblicher 20 Watt Lötkolben mit möglichst feiner Spitze. Aus optischen Gründen löten viele Modellbahner ihre Anschlüsse an die Unterseite der Gleisprofile. Dazu muss ein Stück vom Schwellenband entfernt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Anbringung des Kabels an der Flanke des Gleises, dies bietet sich dem reisenden Modellbahner an, welcher bei Defekten auf Ausstellungen einen schnellen Zugriff haben möchte. Falls sie noch ein wenig unsicher mit dem Lötkolben sind, so kann ich nur einen Gang zu einem Modellbahnverein empfehlen oder ein Bastler im Freundeskreis aufsuchen.
Im später nicht mehr sichtbaren Schattenbahnhof könnte natürlich auch das Anschlussgleis von Märklin verlegt werden.
Teil 5: Gleise verlegen - Teil 1 - Der Schattenbahnhof
In dieser Folge platzieren wir unsere vorbereitenden Gleise und Weichen erstmals auf der Anlage, welche zuvor mit 3 mm Korkstreifen beklebt wurde. Hier dient der ausgedruckte Gleisplan als Vorlage. Der Kork wirkt als Schallabsorber und als Grundlage für das spätere Schotterbett. Sind alle Schienen und Weichen an der richtigen Stelle, werden alle Teile Stück für Stück miteinander verbunden und mit einem Kreppband provisorisch fixiert. Diese Maßnahmen sind für den späteren Schienenverlauf erforderlich, auch die Bohrlöcher für die Anschlusskabel können damit direkt ermittelt werden. Ein 4 – 5 mm Holzbohrer ist die beste Wahl. Obwohl die Kabel wesentlich dünner sind, haben wir bei der finalen Gleisverlegung immer noch ein wenig Spiel.
Nun sollte an der Schienenaußenseite mit einem Filzstift der Verlauf der Gleise aufgezeichnet werden. Es ist eine Hilfslinie für die spätere finale Fixierung der Schienen dienlich.
Jetzt nehmen wir letztmalig die Schienen wieder von der Trasse und bohren an den markierten Stellen auch die 12 mm Löcher für die späteren Antriebsmotoren der Weichen im sichtbaren Bereich.
Zuerst geht es an die finale Gleisverlegung im Schattenbahnhof.
Die Geometrie der Märklin – Gleise verlangt standardmäßig einen Gleismittenabstand von 25 mm. Eine Messung Abstand Schiene/ Schwelle Außenkante zur nächsten Schiene/ Schwelle Außenkante ergibt demnach 13 mm. Daher habe ich seit vielen Jahren einige selbstgefertigte Holzklötze und kleinere Lineale mit diesem Maß in dem Gleiskoffer. Für ein noch realistisches Bild gibt es noch Exemplare mit ca. 9 mm, hier könnte ich den Gleismittenabstand fast Vorbilds gerecht ausführen, falls keine Weichen verbaut sind. Wir fangen an der rechten Seite mit dem vorderen Gleis vom Schattenbahnhof an, wobei die erste Schiene ein Standardgleis 8505 mit 220 mm ist. Am linken Ende ankommend wird das Ausgleichsgleis (Märklin 8592) angebracht. Damit ist ein sofortiger Abschluss an der Segment - Grenze, später auch ein schnelles Schließen des Schienenkreises möglich und die hohe Kunst der Modulübergänge wird hier wegen dem landschaftlichen Überbau ausgespart. Die erste Fixierung erfolgt mit den Gleisnägeln (Märklin - 8999), die möglichst nicht ganz eingedrückt werden sollten. Damit ist immer noch eine sofortige Korrektur ausführbar. Aufgrund der regelrecht symmetrischen Verlegung der Flexschienen werden unsere Anfänger und Wiedereinsteiger von irgendwelchen Gleisschnitten (noch) verschont. Mit den bereits erwähnten Holklötzen wird nun das parallele Gleis und die Weichen aufgelegt und befestigt. Eine schnellere Methode der Gleisbefestigung wäre natürlich das direkte Verkleben, dies überlassen wir aber dem erfahrenen Gleisbauer.
Anschließend erfolgt eine wichtige Sichtprüfung. Sind die Schienen gerade und parallel verlegt? Sind die Isolierschienen – Verbinder an den richtigen Stellen? Sind überhaupt die Schienenverbinder richtig verbaut? Falls alle Punkte zutreffen, sollte ab diesem Zeitpunkt der erste Rolltests mit Wagons folgen. Lassen sie ruhig selbst den vierachsigen Personenwagen über die Gleise flitzen, eine Korrektur ist jetzt noch möglich.
Nun geht es an die Unterseite unserer Anlage. Die von der Oberseite durchgezogenen Kabel werden jetzt am Ende großzügig abisoliert und nach Farbe miteinander verbunden. Meist ist es das rote Kabel (+) für das rechte Schienenprofil (oder Außenschiene) und das Braune (-) für das linke Schienenprofil. Mit einer Lüsterklemme verbunden und weitergeleitet an den Trafo starten wir nun den ersten Fahrtest. Wenn alles richtig gemacht ist, setzt sich sogar die Lok in Bewegung und die nächste Beobachtung startet. Sind die Schienen wirklich sauber verlegt und eine durchgehende Stromversorgung gewährleistet? Der bereits technisch versierte Modellbahner würde nun eine übersichtliche und saubere Kabellösung untertage bewerkstelligen. Wir belassen es aber zu diesem Zeitpunkt bei dem provisorischen Aufbau. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass im Laufe des Weiterbaus manche bereits finale Kabelverlegungen nochmals überdacht, verbessert und/oder erweitert wurden. Bis hin zum spontanen Umbau zu einer digitalen Anlage. So halten wir uns alle Optionen offen und können in einem weiteren Bericht die persönlich beste Variante umsetzen.
Nun folgt noch der finale Schritt der Gleisverlegung. Mit etwas verdünnten und wasserfesten Holzleim fixiere ich die Schwellen – Außenkanten alle 3 cm auf dem Kork Bett. Ein probates Mittel ist dabei ein feiner Pinsel oder Zahnstocher. Nach der Durchtrocknung können sie die Gleisnägel mit Vorsicht herausziehen. Das nach links herausgehende Gleis bekommt später noch einen Variablen Anschluss, um neues Rollmaterial auf die Anlage zu fahren, ohne ein Hervorziehen von Lamerden.
Mit dem jetzt korrekt verlegten Schattenbahnhof ist die Grundvoraussetzung zur weiteren Gleisarbeit im sichtbaren Bereich geschaffen. In der nächsten Folge betrachten wir den Einbau von den flexiblen Schienen.
Teil 6: Gleisverlegung im sichtbaren Bereich von Lamerden
Entgegen den strengen und vorgegebenen Geometrien der Märklingleise werden wir im sichtbaren Bereich von Lamerden in hoher Prozentzahl mit den Flexgleisen arbeiten. Ein erster Schritt ist das Einschneiden des 660 mm langen Schwellenbandes, für unser Vorhaben reicht ein Schnitt alle 10 mm. Umso heftiger der Radius/ die Kurve wird, umso mehr Einschnitte sind wechselseitig notwendig.
Eine weitere Vorbereitung sind die notwendigen Kabelanschlüsse an den Schienen. Hierbei reicht schon ein handelsüblicher 20 Watt Lötkolben mit möglichst feiner Spitze. Aus optischen Gründen löten viele Modellbahner ihre Anschlüsse an die Unterseite der Gleisprofile. Dazu muss ein wenig des Schwellenbandes entfernt werden. Ich bevorzuge die Stromeinspeisungen an den wenigen fertig konfektionierten Schienen im Gleisfeld und lasse dabei die Flexgleise aus. Eine weitere Möglichkeit ist die Anbringung des Kabels an der Flanke des Gleises, dies bietet sich dem reisenden Modellbahner an, welcher bei Defekten auf Ausstellungen einen schnellen Zugriff haben möchte. Falls sie noch ein wenig unsicher mit dem Lötkolben sind, so kann ich nur einen Gang zu einem Modellbahnverein empfehlen oder ein Bastler im Freundeskreis aufsuchen.
Mit den nun vorbereitenden Gleisen und Weichen wird nun ein erstes Mal die „Figur“ ausgelegt und mit Klebeband fixiert. Dabei stellt sich recht schnell heraus, ob das Material reicht. Im nächsten Schritt werden die bereits bekannten Bohrlöcher für die Kabel festgelegt, dies gilt auch für die späteren 12 mm Löcher für die Unterflur angebrachten Motorantriebe der Weichen. Zusätzlich müssen nun die künftigen Brückenbauwerke berücksichtigt werden. Diese baue ich übrigens fast immer selber.
Im nächsten Schritt nehmen wir alle Gleise wieder herunter und bringen an den markierten Linien die bekannte Korkbettung auf. Zuvor müssen jedoch sämtliche tiefere Bereiche ausgesägt werden und entsprechende dicke Sperrholzplatten bilden das Grundgerüst für spätere Brücken.
Nun erfolgt der finale Gleisaufbau im sichtbaren Bereich. Mit den bekannten Gleisklammern, einfachen Pinsteckern und Klebeband werden die Flexgleise in die gewünschte Form gebracht. Dabei fixieren die Gleisklammern das Gleis und überstehende Schienenprofile können mit einem watenfreien Seitenschneider oder Uhrmachersäge mit feinsten Metallblatt entfernt werden. Anschließend wird vorsichtig der Schienenverbinder aufgezogen. Diese Arbeit setzt sich über beide Segmente fort, dabei werden immer wieder meine Abstandshölzer für den richtigen Gleismittenabstand sorgen. Fixiert werden alle Schienen mit den bekannten Märklin – Schienennägel, welche später nach der Schotterung der Gleise entfernt werden können.
Die spezielle Gleis - Bauform der Segment – Übergänge wird übrigens zu einem späteren Zeitpunkt etwas intensiver betrachtet. Hier sind immer höchst genaue Arbeiten angesagt.
Abschließend erfolgt eine wichtige Sichtprüfung. Sind die Schienen wirklich gerade und parallel verlegt? Sind die Isolierschienen – Verbinder an richtige Stelle? Sind überhaupt die Schienenverbinder richtig verbaut? Falls alle Punkte zutreffen, sollte ab diesem Zeitpunkt erste Rolltests mit Wagons folgen. Lassen sie ruhig selbst den vierachsigen Personenwagen über die Gleise flitzen, eine Korrektur ist jetzt noch möglich.
Letztendlich haben wir nun ein Gleisbild mit sehr eleganten Bögen, die dem Vorbild recht nah kommen vor Augen. Wenn später ein langer Reisezug hier entlang fährt wird der hohe Arbeitsaufwand mit einem schönen Schaubild belohnt.

Teil 7: Z-Car-System
Seit einigen Jahren gibt es das Z-Car-System auf dem Markt, welches eigentlich dem Angebot von Faller sehr ähnelt, aber natürlich hier im Maßstab 1:220 angeboten wird. Einen großen Unterschied zum H0 Pendant macht der fehlende Draht im Straßenplanum aus, den zur Fahrsicherheit der kleinen Modelle kommt ausschließlich ein Magnetband zum Einsatz. Nähere Informationen erhalten sie hier:
https://z-car-system.de/
Die Moselbrücke Bullay in Spur Z, erbaut von Rainer Tielke, ist ein bemerkenswertes Schaustück mit einem zusätzlich verbauten Z-Car-System. Hier kann der geneigte Bastler auch im Internet erste Eindrücke von den fahrenden Autos bekommen.
Da eine typische „Kuhlmann – Anlage“ meist etwas heruntergekommene Straßenzüge aufweist blieb mir nichts anderes übrig und ein Testbrett musste Gewissheit verschaffen. Das vorliegende Magnetband ist 3 mm breit und 1 mm hoch. Als Straßenbegrenzung habe ich Evergreen – Leisten mit 1 x 1,5 mm gewählt. Hochkant aufgeklebt wäre dann das Magnetband noch mit meiner üblichen Spachtelmaße von Molto 0,5 mm abzudecken. Aufgrund der dunklen Erscheinung sollte das Band nach der Verlegung noch grau angestrichen werden, so scheint später nichts mehr durch. Die Leisten bildeten nun einen willkommenen Rahmen für eine saubere Verspachtelung. Einen weiteren Vorteil konnte ich mit dem Testbrett auch noch erreichen, aufgrund der Bahnunterführung musste vorab noch eine maximal vertretbare Steigung herausgefunden werden. Hierbei stellte sich heraus, dass das ursprüngliche Vorhaben mit einem Werkhof und einer Wendeschleife nicht eingehalten werden konnte, da der später überbaute Schattenbahnhof (Bilder vom Bau folgen später) und der Wunsch nach einer sanften Hügellandschaft so nicht einzuhalten wäre. Nun ist die Wendeschleife unter einer Serviceklappe in der Landschaft verbaut und die Durchgangsstraße verläuft nicht mehr über den Hügel, sondern in einen Straßentunnel. Wie bei vielen meiner Anlagen ändern sich manche Pläne noch während er Bauphasen. Ein Plan ist aber immer ein guter Ausgangspunkt für eventuelle Verbesserungen.
Nachdem nun die spätere Unterführung der Bahnlinie unterfüttert wurde, konnte mit 1,5 dünnen Sperrholzbretter die Fahrbahn mit moderater Steigung eingebaut werden. Kleine Stützhölzer sind zur Versteifung und Einhaltung der Steigung übrigens höchst wichtig. Danach wurde das Magnetband entsprechend meiner Vorzeichnungen auf der Anlage mit Kontaktkleber befestigt. Es folgten die bereits erwähnten Evergreen – Leisten, verbunden mit Gel Sekundenkleber. Eine Arbeit, die immer viel Geduld abverlangt. Sieht der Straßenzug wunschgemäß aus, so steht dem Einsatz der Spachtelmaße nichts mehr im Weg. Hierbei benutze ich immer wieder die „Japanspachtel“ als Werkzeug. Nach dem Auftrag wird mehrfach mit einem wasserbehaftenden Spachteleisen die Oberfläche ab - und glattgezogen. Danach ist für mehrere Stunden Ruhe angesagt.
In der Folge wird erstmals die Oberfläche mit 100´ Schleifpapier bearbeitet. Hierbei stellen sich auch noch regelrechte Schlaglöcher heraus, die sollten für einen Z-Car-System gefühlt werden und entsprechend nachgeschliffen.
Am Ende ist der Rundkurs auf Lamerden fertiggestellt und diverse Probefahren zeigten, dass an ein paar Stellen noch weiter geschliffen werden musste. Mein kleiner Bus stammt noch aus der allerersten Lieferserie, ist recht häufig benutzt worden und damit genau richtig für den Test. Wenn das älteste und wahrscheinlich ausgelutschte Fahrzeug hier seine Runden drehen kann, dürfte ein nagelneues Modell keine Probleme haben. Ähnlich verfahre ich auch immer beim Schienenbau.
Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich noch mit Evergreen – Leisten die Randsteine an den Straßen aufbringen, damit die Optik noch stimmiger wird.